Sie sind hier:

BioWall 2015 - Raus aus der Ökonische

Bei bestem Sommerwetter war der BioWall gut besucht. An 22 Ständen konnten Gäste sich über biologische Lebensmittel und nachhaltigen Anbau informieren und die Bio-Produkte gleich vor Ort genießen.
Bei bestem Sommerwetter war der BioWall gut besucht. An 22 Ständen konnten Gäste sich über biologische Lebensmittel und nachhaltigen Anbau informieren und die Bio-Produkte gleich vor Ort genießen. © Richard Verhoeven

Seit Mitte Mai ist am Wall nicht mehr so viel los gewesen. Damals wurde die Straße wegen eines abgebrannten und einsturzgefährdeten Hauses gesperrt. Um diesen Teil der Bremer Innenstadt wieder zu beleben, hat sich die Stadt Bremen eine Veranstaltung der besonderen Art ausgedacht. Auf dem "BioWall" stellten 22 Erzeuger, Verarbeiter und Initiativen zum Thema biologische Lebensmittel ihre Produkte und Ziele vor.

BioStadt Bremen als Veranstalter des BioWalls sowie der Verein Sozialökologie, die Erzeuger-Verbraucher Genossenschaft und BioFair informierten über nachhaltige Konzepte, biologischen Anbau und Vertrieb von Lebensmitteln. Auch an den Ständen der Erzeuger und Händler erfuhr man viele interessante Einzelheiten über Methoden der biologischen Landwirtschaft, Tierhaltung und Lebensmittel-Verarbeitung.

Während die Besucher des BioWalls die vielen angebotenen Speisen und Getränke probierten, startete nachmittags das ausführliche Programm mit Informations- und Diskussionsrunden auf der Bühne. Umweltsenator Dr. Joachim Lohse, in dessen Ressort nun auch die Landwirtschaft fällt, erzählte von den Ideen und Zielen der Initiative BioStadt Bremen. "Mit der BioStadt Bremen geben wir der Vernetzung von Erzeugern, Märkten und Gastronomie einen kräftigen Schub. Hier ist eine neue Plattform entstanden, die auch die Zusammenarbeit mit dem Bremer Tourismus und mit dem Bildungsressort, mit Schulen und Kitas koordiniert." Das, so Lohse, sei erklärtes Ziel der Bremer Politik: den Markt für biologische Ernährung endgültig aus der Öko-Nische herauszuholen.

Forderung nach einer Bio-Region

Eduard Hüsers vom ProZept e.V., Senator Dr. Joachim Lohse, Moderator Otmar Willi Weber und Marius Keller vom Restaurant Canova diskutieren Anforderungen und Erfolge der BioStadt Bremen. © liauw konzept und design
Eduard Hüsers vom ProZept e.V., Senator Dr. Joachim Lohse, Moderator Otmar Willi Weber und Marius Keller vom Restaurant Canova diskutieren Anforderungen und Erfolge der BioStadt Bremen. © Richard Verhoeven

Eduard Hüsers vom ProZept e.V., der für den BioWall in kurzer Zeit zahlreiche Biobetriebe aktivieren konnte, bestätigte den Bedarf: "Die Bremer wollen mehr Bio und mehr nachhaltig erzeugte Lebensmittel." Hüsers forderte den Senator dann auch gleich auf, die BioStadt Bremen auf eine Bio-Region zu erweitern. Der dritte Teilnehmer der Runde, der Bremer Gastronom Marius Keller vom Restaurant Canova weiß, wie wichtig Netzwerke wie die BioStadt sind. "Es ist nicht einfach, ein Restaurant ausreichend mit Bio-Produkten aus der Region zu versorgen. Wir denken in anderen Mengen und müssen zuverlässige Märkte haben." Keller plant für die Zukunft ein kulinarisches Bio-Erlebnis, will aber noch nicht mehr verraten.

Zwei weitere Diskussionsrunden folgten am späteren Nachmittag. Bremer Initiativen, Erzeuger, Einzelhändler und Bio-Landwirte aus der Region beschrieben ihre Motivation, Bio-Produkte anzubauen, zu vertreiben und Aufmerksamkeit bei Politik und Verbrauchern zu erwirken. Das ist dem BioWall und seinen vielen Akteuren am Samstag ordentlich gelungen.

BioWall 2015 - Raus aus der Ökonische