Sie sind hier:

Bericht von der Breminale 2015

Das BioErleben-Dorf und das Deichbankett auf der Breminale 2015

Diskussionsrunde auf der Breminale 2015 © liauw konzept und design
Diskussionsrunde auf der Breminale 2015 © liauw konzept und design

Begeistert recken sich im Publikum die Hände, als die Saftmanufaktur Pressgut ihre frisch zubereitete Wurzelpetersiliensuppe unter das Publikum verteilt. Die Stimmung ist ausgelassen, jeder möchte gern einmal probieren. Besucher Gustav aus Jever löffelt eifrig: "Schmeckt wunderbar, genau mein Geschmack!" Das Showkochen am BioErleben-Stand ist auf der Breminale 2015 eine zentrale Anlaufstelle für alle Interessierten. Eduard Hüsers, Begründer des Projekts, ist von den anschließenden Talkrunden begeistert: "Wir wollen einen Bezug zur Wertigkeit der Lebensmittel herstellen. Es ist schön zu sehen, dass den Erzeugern das Thema genauso wichtig ist wie Politikern, aber beispielsweise auch Erzieherinnen oder Leitern von urbanen Projekten." Dann hilft er seinen Kollegen von Pressgut beim Verteilen der Suppe.

Das BioErleben Dorf kooperiert in diesem Jahr erstmalig mit der BioStadt Bremen, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass wieder stolze 25 Stände vertreten sind. Die verschiedenen Anbieter aus der Bio-Branche präsentieren allerlei ökologische Köstlichkeiten, aber auch der Informationsbedarf der Gäste wird auf mehreren Infoständen bedient.

Der kleine Stand von Rennigs Hof aus Martfeld bietet auch in diesem Jahr seine Erdbeerbowle an. Besucherin Heidrun, die sich durch das Biodorf probiert ist, gönnt sich ein Gläschen und lacht: "Es schmeckt nach mehr!" Sie schiebt sich genüsslich eine Erdbeere in den Mund: "Es ist schön, wenn man den Produkten vertrauen kann!"

Andreas Wegner von der Nudelei aus Bevern glaubt, dass die Idee des Bio-Dorfes auf der Breminale den Menschen das Thema Bio näher bringt. "Teilweise fragen uns die Leute, was da drin ist. Ist es wirklich Bio?"
Zum ersten Mal im BioErleben-Dorf präsent ist die Firma Voelkel mit einem Getränke-Stand. Besonders die tolle Atmosphäre hat es ihrem Vertreter Mirko Weimann auf der Breminale angetan. Als vorrangiges Anliegen führt Weimann an, "junge Leute an Bio heranzuführen".

Brünings Scheune lockt auf der einen Seite mit Couscous-Gerichten, aber auch Bioweine wie die "Fischerhuder Landlust" werden hier von Ruben Linde, der Brünings Scheune mit viel Freude vertritt, besonders empfohlen. "Ich bin begeistert, dass die Leute uns soviel Interesse entgegen bringen."

Sandra Gerken vom Biohof Kaemena ist überzeugt, dass sich der Effekt des Bio-Dorfes nachhaltig auswirkt. Und richtig: Gerda und Gerd aus Baden-Baden kennen das Logo von Snuten-Lecker noch vom letzten Jahr: "Schau, da ist der Stand wieder, habe ich gerade zu meinem Mann gesagt." Genüsslich schlecken beide an ihrem Eis.

Die Bio-Suppenkanone, eine charmante Armee-Feldküche aus den 60ern, verschießt ihre vegane Bio-Munition zum zweiten Mal in der Hansestadt. "Es gibt Leute, die sich total freuen, dass was Veganes angeboten wird", freut sich Betreiber Alexander Kaiser, "und glutenfrei dazu." Die Suppen werden in kompostierbaren Bechern aus Maisstärke gereicht.

Kinder wollen ausprobieren

Kinder melken ein Kuh-Modell
Kinder melken selbst © liauw konzept und design

Auf dem Stand vom Verein Sozial-Ökologie e.V. versuchen Julia und Alina mit Kindern, ein Kuh-Modell zu melken. "Kinder wollen alles gern selber machen und ausprobieren", meint Alina. "Eigentlich mögen viele Kinder zum Beispiel gar keine Haferflocken. Aber wenn sie diese selbst herstellen, dann finden sie das plötzlich ganz toll!"

Ausgesprochen exotisch nimmt sich der Stand von Djibril Inoussa aus dem Benin aus. Neben Bio-Fruchtpulver und Moringa-Tee bietet er Kosmetikwaren für die Haut an. Seine Produkte basieren alle auf afrikanischen Rohstoffen. "Bio bedeutet einen sorgsamen Umgang mit der Erde", meint Djibril.

Auch in diesem Jahr findet am Sonntag wieder das inzwischen traditionelle Deichbankett mit einem hochwertigen Bio-Menü statt. Aufgrund des regnerischen Wetters wird das Bankett kurzerhand in die Räume von Bio-Biss im Alten Fundamt ins Steintor verlegt. Silke Schulze, Geschäftsführerin bei Bio-Biss, richtet das Deichbankett aus. Zum Trübsal blasen bleibt jedoch keine Zeit: "Wir mussten spontan umdisponieren. Eine logistische Herausforderung!" Während sie spricht, füllen sich die Räumlichkeiten des Fundamtes. Offenbar funktionieren die Buschtrommeln auf der Breminale. "Der Osterdeich ist eigentlich eine Top-Location. Und wo sonst Autos fahren, steht eine meterlange Tafel - und die Leute genießen ökologisches Essen." Silke hat keine Zeit, wendet sich zur Küche. Serviert wird Rindfleischspieß auf gelbem Gemüse-Curry, dazu gibt es blumigen Basmati-Reis. Den Gästen schmeckt es. Ralf und Christian kommen schon seit vier Jahren zum Deichbankett. Ihr Kommentar zum Essen: "Super!"