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Bericht von der Breminale 2016

BioStadt Bremen präsentiert sich bei den BioErleben-Tagen auf der Breminale

Zuschauer auf der Breminale im Bio-Erleben-Dorf

Die Stadt feierte am Osterdeich die 29. Breminale. 200.000 Menschen besuchten das Fest für Musik, Kultur und Kulinarisches. Für eine besondere Atmosphäre sorgt seit sechs Jahren das BioErleben-Dorf auf dem Festivalgelände mit den Angeboten regionaler Bio-Produzenten. Rund 20 Stände mit Bio-Food, dazu Anbieter von Kosmetik und Mode sowie einige Infozelte zeigten vom 13. bis 17. Juli die Vielfalt biologischer Betriebe und Initiativen in der BioStadt Bremen und umzu.

Ein roter Faden aus Talkrunden und Bühnendarbietungen rund um das Thema Bio in der Stadt führte durch die BioErleben-Tage. Schon bei der Eröffnung am Mittwoch machte Senator Dr. Joachim Lohse deutlich, dass Bremen mit über 15 Prozent Flächenanteil für Biolandwirtschaft gut aufgestellt ist. „Durch die erfolgreiche Netzwerkarbeit der BioStadt Bremen können wir den Anteil kontinuierlich steigern.“ Ziel ist es nach Senator Lohse, die handwerkliche Verarbeitung und den Einsatz von Bio-Produkten in öffentlichen Einrichtungen weiter zu entwickeln.

Drei herausragende Beispiele

Die täglichen Talkrunden auf der BioErleben-Bühne diskutierten über die Möglichkeiten, die ein Ausbau des Bio-Angebotes für die regionale Landwirtschaft und Lebensmittelbetriebe bietet oder nahmen Ernährungstrends unter die Lupe. Am Freitag präsentierte Moderator Otmar Willi Weber auf der Bühne Erfolgsgeschichten aus der Biobranche: zum Beispiel Heike Kaemena, die Erfinderin des ausgezeichneten „Snuten lecker“ Bio-Eises. Seit über 10 Jahren kennen die Bremer das Eis von ihren Radtouren ins Blockland. Bei gutem Wetter stehen auf dem Hof Kaemena lange Schlangen am Eisstand, um aus den 18 Sorten im Angebot auszuwählen. 30.000 Liter Milch verarbeitet der Bio-Betrieb jedes Jahr zu Eis und auch die anderen Zutaten sind natürlich aus ökologischem Anbau.

Auch Rainer Knoll von der Backstube Bremen in Vegesack blickt auf eine erfolgreiche Betriebsgeschichte zurück. Seit 1982, als Biobäckerei noch etwas Exotisches war, betreibt er mit seiner Frau Birgit die Backstube. Heute beliefert die Bäckerei und Konditorei mit 80 Mitarbeitern den gesamten nordwestdeutschen Raum mit Bio-Brot und Kuchen. 500 Tonnen Bio-Getreide werden hier im Jahr verarbeitet.

Eine schöne Geschichte kann auch Swen Krupkat von VivoLoVin erzählen: Vor 20 Jahren starteten die Bremer Weinhändler mit einem VW-Bus, im dem sie Bio-Wein direkt aus Frankreich mitbrachten. Dort fanden sie Bio-Weine in guter Qualität, die sie in Bremen vermarkten wollten. Aus dieser Idee entwickelte sich ein Groß- und Einzelhändler, der nun 1,9 Millionen Flaschen Wein im Jahr verkauft und auch heute noch jeden Winzer persönlich kennt.

BioStadt weitet sich aus

Alle drei Gesprächspartner betonten, dass die richtige Idee zur richtigen Zeit für den Erfolg zwar viel ausmacht, dass aber auch Herz und Überzeugung dazu gehören, um bei Rückschlägen das Projekt immer wieder weiter zu entwickeln. Die BioStadt selbst könnte eine weitere Erfolgsgeschichte in Bremen werden. Obwohl die Initiative noch jung ist, konnte aus ihrer Mitte schon ein viel beachtetes Netzwerk von Erzeugern und Lebensmittelverarbeitern gegründet werden, das über die Grenzen Bremens hinausgeht. „Mit dem Verein Genussland Bremen Niedersachsen schaffen wir über die BioStadt Bremen hinaus eine Metropolregion für Bio-Produkte“, sagte Claudia Elfers von der BioStadt Bremen. „Neben den Biobetrieben und dem Handel erreicht die BioStadt Bremen auch immer mehr Veranstalter, Märkte und Einrichtungen. So ist „Bio“ in der Mitte der Gesellschaft angekommen“. Ihr nächstes Ziel ist es nun, regionale Bio-Produkte in den Schulen und Kitas Bremens weiter zu verbreiten.

Zum Abschluss der BioErleben-Tage servierte am Sonntag das Kukoon-Kollektiv aus der Neustadt das Deichbankett. Bei bestem Wetter konnten bis zu 200 Menschen auf dem Osterdeich ein leckeres Menü mit besten Bio-Zutaten aus der Region genießen. Die lange Tafel schaffte eine gemütliche Atmosphäre, wo sonst die Autos fahren.

Die Bio-Erleben-Tage wurden von ProZept e.V. in Zusammenarbeit mit dem Verein Sozialökologie organisiert und vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und von der Initiative BioStadt Bremen des Bremer Umweltsenators gefördert.