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Aus dem Garten gleich auf den Tisch

Gemüsewerft lädt Vertreter von Stadt und Initiativen zum Dinner

Über 20 Vertreter der Stadt und Initiativen besuchten die Gemüsewerft, um sich über urbanes Gärtnern zu informieren und die Erzeugnisse - von Bremer Gastronomen vor Ort zubereitet – in tollem Ambiente zu genießen. © R. Verhoeven
Über 20 Vertreter der Stadt und Initiativen besuchten die Gemüsewerft, um sich über urbanes Gärtnern zu informieren und die Erzeugnisse - von Bremer Gastronomen vor Ort zubereitet – in tollem Ambiente zu genießen. © R. Verhoeven

Die Gemüsewerft in Gröpelingen und die BioStadt Bremen haben ein gemeinsames Ziel: Lebensmittel sollen verbrauchernah produziert werden, Lieferwege verkürzt, Anbaumethoden gesünder und nachhaltiger werden. Kurz: Die urbane Landwirtschaft soll verstärkt werden.

Um für diese Ideen zu werben, hat die Gemüsewerft am 22. September Multiplikatoren aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung und aus Urban Gardening Projekten zu einem Dinner eingeladen. Und um dem Anspruch der kurzen Wege vom Erzeuger zum Verbraucher gerecht zu werden, wurde gleich vor Ort gekocht und serviert. Dazu konnten sie zwei renommierte Bremer Köche gewinnen, die auch sonst die Erzeugnisse der Gemüsewerft in ihren Restaurants verarbeiten.

Die 23 Gäste, unter ihnen Staatsrat Ronny Meyer vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr ließen sich vom regnerischen Wetter nicht beeinflussen und informierten sich beim Rundgang über das urbane Gartenprojekt, seine Entstehung und Ziele. Die Gastronomen Luka Lübke vom jon-luk und Marius Keller vom Canova zauberten in der improvisierten Zeltküche ein Drei-Gänge-Menü, Anneli Käsmayr vom dilettantin Produktionsbüro sorgte dafür, dass aus dem Essen ein unvergessliches Event wurde.

Möglichst kurze Lieferwege

Entstanden war die Gemüsewerft aus der Idee der Gesellschaft für integrative Beschäftigung (G.i.B.), die Rohstoffe für das eigene Restaurant lokal anzubauen. "Der große Laster mit Lebensmitteln auf dem Hof des Café Brand hat uns die Misere regelmäßig vor Augen geführt", erklärte Michael Scheer, Geschäftsführer der G.i.B den Gästen. "Lebensmittel werden über weite Strecken zu den Abnehmern und Verbrauchern gekarrt. Das wollten wir nicht."

So fing Michael Scheer an, sich um das 2500 Quadratmeter große Gelände in der Basdahler Straße zu bewerben und fand bei der Stadt Unterstützung. Mit vielen Arbeitsstunden haben die Mitarbeiter der G.i.B. das verwilderte Gelände in einen Stadtgarten verwandelt. Seit diesem Jahr hat sich die Gemüsewerft soweit etabliert, dass sie neben dem vereinseigenen Restaurant zwei Bremer Gastronomen zuverlässig beliefern kann.

Die Küche richtet sich nach der Saison
Mit Luka Lübke und Marius Keller hat die Gemüsewerft ideale Partner gefunden. Beide suchen möglichst lokale Anbieter für die Zutaten, die sie täglich in ihrer Küche verarbeiten. Gerade mal sieben Kilometer sind es von der Gemüsewerft bis zur Innenstadt und ihren Restaurants. Und beide Gastronomen mögen die Herausforderung, ihre Speisekarte nach der Ernte auszurichten. Seit dieser Saison bekommen sie wöchentlich eine Lieferung mit gartenfrischen Gemüsen und Kräutern: Zucchini, Mangold, Rote Beete, Kohlrabi, verschiedene Salate - was gerade anfällt. "Mit einer täglich wechselnden Karte kann man sich gut auf das aktuelle Angebot aus dem Gemüsegarten einstellen", sagte Luka Lübke. Als Michael Scheer schließlich zu Tisch bat, hatte auch der Regen aufgehört.

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